@bildungsdesign über digitale Demokratie-Plattformen #FutureHubs #D2030 @FuturICT

FutureHubs Dialog zur D2030 Zukunftskonferenz am 6. und 7. Juli in Berlin.

Bildungsethiker Christoph Schmitt aka @bildungsdesign kommentiert auf Facebook:

„Ich halte MOODs für eine wunderbare Idee. Wir achten dann darauf, dass dort nicht nur Meinungsein- und umbildung stattfindet, nicht nur Positionieren und Erwidern, sondern co-creating demokratischer Kernprozesse: Sachpolitik mit Entscheidungscharakter. Das würde zweierlei voraussetzen: Eine gewisse Netz-Souveränität bei denen, die diese Plattformen dadurch erst finden und womöglich zuvor noch die Überzeugung, dass politisches Mitmischen Sinn hat oder macht.
Die Plausibilität für politsches Engagement im Sinne einer nachhaltigen Gestaltungsarbeit auf hohem diskursivem Niveau ist derzeit auf relativ niedrigem Niveau. Die schiere Komplexität digitaler Prozesse und ihre Auswirkung auf Kommunikation und Sozialität machen den Durchblick und das intrinsische Moment von Engagement nicht wirklich einfacher, und auf „Schule“ können wir diesbezüglich nicht zurückgreifen, weil die nicht bildet, sondern erzieht und dressiert. Sie reproduziert anachronistische Haltungen und Menschenbilder. Also „woher nehmen und nicht stehlen?“, wie es bei uns in der Familie immer hieß.
Es wird nicht der Helbling’sche „Weg“ sein, der die Komplexität wie auch immer nutzt, es sind Menschen, die das tun oder eben nicht, denn niemand „liebt“ Komplexität.
Digitale Plattformen allein führen nicht zu demokratischem oder netzbürgerlichem Engagement – einfach dadurch, dass sie „da“ sind. Der digitale Raum entsteht allein durch seine Nutzung. Und die ist derzeit entweder konsumistisch oder deklarationistisch („Wie ich in meinem neuen Buch schon sagte …“) oder pädagogisch. Alle drei machen aber keine Lust auf Demokratie.
Ein aussichtsreicher Startpunkt ist für mich das radikale Ernstnehmen der ethisch-moralischen, demokratischen und empathischen Potenziale junger Menschen jenseits des pädagogischen Dauersprechs, der eine ausschließlich selbstreferenzielle Funktion hat. Die Ressouren, die zukünftige Netzbürger mitbringen – intrinsisch und weil sie Menschen sind -, bilden nach wie vor eine existenzielle Gefahr für die Bildungssysteme, weil diese Disziplinierungsfunktionen auszuüben haben. Solange das so ist, wird sich netzbürgerliches Engagement nicht fassen lassen wie dieser „ungeschliffene Diamant“, wie das im Pädagogenschargong heißt. Wir kommen nämlich um den Vollzug des „teachers, leave us kids alone“ nicht herum.“

Eure Meinung?

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