#EEG Energiewende – Über die Milchmädchen-Rechnung von Wettbewerbsökonom Justus Haucap

Der Wettbewerbsökonom Justus Haucap kritisiert heute in einem FAZ-Gastbeitrag Deutschlands teuren Energie-Irrweg (eigentlich ist das ja ein Buchbeitrag, wo sich Haucap im Konzert mit….auf Angela Merkel einschießen). Die milliardenschwere Förderung „grünen“ Stroms in Deutschland habe praktisch null Klimaschutzwirkung, führt aber zu einem gefährlich steigenden Strompreis.

“Das reine Subventionsvolumen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beträgt mittlerweile mehr als 25 Milliarden Euro im Jahr, also mehr als 300 Euro je Bürger jährlich ( das sind, lieber Justus, 25 Euro pro Monat oder rund 83 Cent pro Tag. Ich rauche so pro Tag knapp eine Schachtel Zigaretten – dat sind dann pro Monat 180 Euro. Was ist uns die Energiewende wert? gs).”

Haucaup erwähnt noch die Kosten für Netzausbau, erhöhten Ausgleichsenergiebedarf, Offshore-Haftungsumlagen, Investitionsförderungen und vieles mehr.

“Bis 2015 beliefen sich die Kosten der Energiewende auf rund 150 Milliarden Euro. Aufgrund bereits eingegangener Verpflichtungen und Netzausbaubedarf werden diese Kosten in den nächsten zehn Jahren um ein Vielfaches auf insgesamt 520 Milliarden Euro steigen, so das Ergebnis einer Studie des Instituts für Wettbewerbsökonomik DICE an der Universität Düsseldorf (warum schreibst Du “einer” Studie – dat is “Deine” Studie? gs). Von 2016 bis 2025 ist mit Kosten von rund 37,50 Euro je Monat und Einwohner zu rechnen (siehe Zigarettenbeispiel, gs).“

Die “exorbitanten” Kosten (dat is Framing, Justus) für die Förderung erneuerbarer Energien werden von vielen (wie viele????) Ökonomen schon lange aus zwei Gründen kritisiert.

“Zum einen führt die massive Förderung erneuerbarer Energien – paradoxerweise – nicht zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen in Deutschland oder der Europäischen Union. In Deutschland hat sich zwar die EEG-Umlage über die letzten beiden Legislaturperioden, also von 2009 bis 2017 mehr als verfünffacht. Die Treibhausgasemissionen lagen jedoch in Deutschland im Jahr 2016 über dem Niveau des Jahres 2009, auch im Energiebereich”, schreibt Haucap.

Ausführlich auf Facebook nachzulesen.

Hast Du das früher auch in Richtung der Atomenergie-Freunde gefordert, lieber Justus Haucap?
Stichworte: Zentralistisch, großindustriell, subventionsbelastet, wettbewerbsfrei – auch die Atomindustrie und ihre Lobbyisten waren ein Fossil. Wer von den Preisrisiken der Energiewende redet, sollte über das Abwälzen von Kosten und Risiken der Atomenergie auf die Steuerzahler nicht schweigen. Würde man die Gesamtkosten in den Strompreis einrechnen und die Milliarden Euros an Fördergeldern für AKWs raus rechnen – Ökonomen nennen das Internalisierung externer Effekte – müssten wir schon längst weitaus mehr für eine Kilowattstunde berappen.

Die Atomenergie bindet gigantische Finanzmittel, personelle Ressourcen und konserviert unwirtschaftliche Großorganisationen der Energiewirtschaft. Eine höchst merkwürdige Logik der Stromkonzerne, die über Jahrzehnte Subventionen kassiert und Sonderrechte genossen haben sowie die Folgen ihrer Atompolitik auf die Allgemeinheit abwälzen. Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren – ein prima Geschäftsmodell. Das fehlt in Deiner Auflistung, Justus.

„Billiger Strom aus Atom und Kohle“ – das war schon immer ein Märchen. Für die Zeit von 1970 bis 2008 ergibt sich eine Summe von rund 165 Milliarden Euro, die von den Atomfreunden als Staatsknete kassiert wurde. Dann kommen noch die Kosten für den Rückbau der Atomkraftwerke dazu – etwa 42 Milliarden Euro. Zusammen ergibt das Subventionen von über 200 Milliarden Euro. Aber damit sind wir nicht ganz fertig mit der Vollkostenrechnung, lieber Justus. Es folgen Rückbaukosten für die noch laufenden Atommeiler, die mit 34 Milliarden Euro beziffert werden. Konservativ geschätzt. Dann fehlen die Kosten für die Endlagerung für den hochradioaktiven Abfall, für den es bislang kein Endlager gibt. Hierfür stehen die Kosten in den Sternen. So, nun kannst Du ja mal in Deiner Studie noch aufführen, was wir als Steuerzahler für die unberechenbare Atomenergie zahlen müssen.

Das passt doch zu unserem Live-Talk am Freitag Lutz Becker Uwe Schneidewind Jörg Heynkes. Start der Diskussion 17 Uhr.

Ein Kommentar zu „#EEG Energiewende – Über die Milchmädchen-Rechnung von Wettbewerbsökonom Justus Haucap

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  1. Diskussion auf Facebook:

    Lutz Becker – Eine seriöse Kalkulation berücksichtigt auch Ewigkeitskosten und andere Externalitäten. Zudem haben wir im EEG noch diverse indirekte Subventionen, vor allem der Braunkohle. Der Ethos der Ökonomen sollte der #EthosGanzerSysteme sein, den mein akademischer Lehrer Peter Ulrich immer eingefordert hat, der ist hier in der bewährten Ceteris-Paribus-Manier der deutschen Mainstream VWL fahrlässig verletzt worden. Damit tut der Kollege der Ökonomie (und sich selbst) leider keinen Gefallen.

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